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 14.06.2010
 
 

– Zucht und Gesundheit –


Gentest für Primäre Linsenluxation jetzt auch in Deutschland möglich!

Die Arbeitsgruppen um Dr. Mellersh (AHT) und Dr. Johnson (OFA) konnten im Jahr 2009 die für PLL ursächliche Mutation unabhängig voneinander identifizieren. Darauf aufbauend wurde ein Gentest entwickelt, der nun auch in Deutschland bei LABOKLIN erhältlich ist.
Für die Testdurchführung benötigen wir 1 ml EDTA-Blut oder einen Backenabstrich. Tupfersets und eine Anleitung für die Backenabstrich-Probenentnahme erhalten sie kostenlos bei Laboklin. Das Ergebnis liegt etwa 3-5 Arbeitstage nach Probeneingang vor.
Die Kosten belaufen sich auf 45,50 Euro zzgl. 19 % MWSt pro Tier. Für Zuchtverbände und bei Einsendung von mehreren Proben sind entsprechende Rabatte vorgesehen.
Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Auf unserer Homepage finden Sie weitere Informationen.
Ihr LABOGEN-Team
Empfehlung: Blutentnahme oder Backenabstrich vom Tierarzt auf Formular bestätigen lassen.

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Primäre Linsenluxation PLL

Hier eine kurze und einfache Erklärung was Linsenluxation ist:

Die Linse wird durch einen Aufhängeapparat mit vielen Fasern in ihrer Lage gehalten. Wenn diese Fasern reißen wird die Linse locker und fällt entweder in die vordere Augenkammer, in den Glaskörperraum oder sie wird in der Pupille eingeklemmt.

Ursache
Man unterscheidet eine primäre und sekundäre Linsenluxation. Bei der primären Linsenluxation ist der Aufhängeapparat der Linse genetisch bedingt zu schwach ausgebildet.
Diese Erkrankung kommt häufig bei Terrierrassen vor und betrifft in der Regel beide Augen (nicht immer gleichzeitig). Bei der sekundären Linsenluxation werden die Fasern des Aufhängeapparates durch andere Augenerkrankungen (erhöhter Augeninnendruck mit Augapfelvergrößerung, Trauma, Linsentrübungen, chronische Entzündung) geschwächt oder reißen.

Therapie und Prognose
Die Therapie und die Prognose richten sich nach der Ursache, der Dauer der Erkrankung und der Lage der Linse.
Bei einer Luxation der Linse in die Vorderkammer oder Einklemmung in die Pupillaröffnung steigt häufig der Augeninnendruck (Glaukom).

Diese Form der Linsenluxation ist ein akuter Notfall und die luxierte Linse muß chirurgisch entfernt werden. Auch nach der erfolgreichen Entfernung der Linse können eine intraokulare Entzündung und eine Steigerung Des Augeninnendruckes auftreten, die mit einer entsprechenden Therapie behandelt werden müssen.

Liegt die Linse im Glaskörperraum kann man sie oft nicht mehr entfernen. In diesen Fällen kann man die Pupille mit entsprechenden Medikamenten engstellen, damit die Linse nicht in den vorderen Teil des Auges fällt. Besteht die Linsenluxation schon längere Zeit und hat sie zu einer Erhöhung des Augeninnendruckes und anderen Veränderungen geführt, die mit Medikamenten nicht zu behandeln sind, sollte das Auge entfernt werden.
Sandra Austin
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PLL DNA Test

Die PLL ist behandelbar, wenn der Ausbruch der Krankheit rechtzeitig festgestellt wird. Der Hund sollte sofort einem Augenspezialisten vorgestellt werden, damit nach der Diagnose eine Behandlung eingeleitet werden kann.

Seit kurzer Zeit gibt es einen DNA Test, mit welchem feststellbar ist, ob der Hund von der PLL betroffen ist.

Da Sealyham-, Welsh-, Parson Russell- und Jack Russell Terrier davon betroffen bzw. bereits luxiert sind, ist dieser DNA-Test dringend zu empfehlen.
Die Kosten liegen bei ca. 45,- Euro je Test und kann bei der AHT (GB) oder OFA (USA) durchgeführt werden.

Diesen Test macht man 1 x im Hundeleben und man weiss woran man ist.
Träger kann man mit Frei verpaaren und bekommt so keine kranken Hunde mehr.

Frei x Frei ist natürlich immer das Beste!

Frei & Frei 100% Frei
Frei & Träger 50% Frei und 50% Träger
Frei & Erkrankt 100% Träger
Träger & Träger 25% Frei, 25% Erkrankt und 50%Träger
Träger & Erkrankt 50% Träger und 50% Erkrankt
Erkrankt & Erkrankt 100% Erkrankt

Fritz Hebart
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Zuchtempfehlung des Animal Health Trust (AHT)

Die Untersuchungen des Animal Health Trust haben bewiesen, dass die Häufigkeit der PLL Mutation in den von PLL betroffenen Rassen extrem hoch ist.
Das bedeutet, dass nur "CLEAR" getestete Hunde zur Zucht heran zu ziehen einen vernichtenden Effekt auf die genetische Vielfalt einer Rasse haben kann und im Wesentlichen die Möglichkeit des Auftauchens neuer erblich bedingten Krankheiten erhöht.

Daher empfiehlt der AHT dringend alle Hunde zur Zucht einzusetzen unabhängig davon wie der PLL Test ausgefallen ist.

"GENETICALLY AFFECTED" und "CARRIER" Hunde können zur Zucht verwendet werden, sollten aber nur mit "CLEAR" getesteten Hunden verpaart werden.

Alle Welpen aus jedem Wurf die aus einem "CARRIER" oder "GENETICALLY AFFECTED" Elternteil entstammen sollten PLL getestet werden um "CARRIER" Welpen zu identifizieren und sie im Laufe ihres Lebens regelmäßig auf das Auftreten von PLL zu untersuchen.
Dieses Verfahren sollte möglichst über ein bis zwei Generationen fortgesetzt werden um die PLL Mutation LANGSAM aus der Population zu eliminieren ohne zu riskieren die genetischen Vielfalt der Rasse drastisch zu verringern.
Übersetzt von
Dr. Sabine Schumann
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Die Scheinträchtigkeit der Hündin

- oft eine Qual für Tier und Mensch

Die Scheinträchtigkeit ist sicherlich jedem Halter einer Hündin ein Begriff. Sie kann sogar zwei bis dreimal im Jahr zu einem echten Problem werden. Was geht im Körper einer Hündin vor, wenn sie sich nur einbildet, Junge zu haben? Und wie sollte der Tierbesitzer am besten damit umgehen.

Natürlicher Vorgang
Zuerst muß eines festgestellt werden:
Bei der Scheinträchtigkeit handelt es sich grundsätzlich um einen ganz natürlichen Vorgang. Im Gegensatz zum Menschen oder anderen Haustieren steht jede nicht tragende Hündin nach der Läufigkeit unter dem gleichen hormonalen Einfluß wie während der Trächtigkeit.

Das heißt, es wird in beiden Fällen das Schwangerschaftshormon Progesteron gebildet. Progesteron regt unter anderem das Milchdrüsenwachstum an, läßt den Hund träger werden und erhöht den Appetit.

Nach etwa zwei Monaten, entsprechend der normalen Tragzeit, kommt es, ebenso wie bei der Geburt, zu einem Milcheinschuß ins Gesäuge. Normalerweise bleibt die Milchproduktion gering, und das Gesäuge bildet sich nach ein paar Tagen zurück.

Störungen
Bei manchen Hündinnen hält die Milchbildung jedoch an. Hierfür wird eine Fehlsteuerung des Hormons Prolaktin verantwortlich gemacht, das die Milchproduktion bei einer säugenden Hündin aufrechterhält.

Begleitet wird dieser nicht mehr natürliche Zustand der "Laktomanie" (lat. Lac, Milch) von den bekannten Verhaltensänderungen: Manche Tiere sind zu dieser Zeit besonders anhänglich, andere apathisch oder aggressiv. Spielsachen dienen als Welpenersatz. Das Körbchen wird als Nest ausgebaut und oft nur ungern verlassen. Einige Hündinnen verweigern auch das Futter und machen so einen wirklich kranken Eindruck.

Die Behandlung
Die Behandlung kann zunächst durch den Besitzer erfolgen. Wirkungsvoll sind viel Bewegung des Tieres und eine veränderte Umwelt. Schlafplatzwechsel, Spielzeugwegräumen und Futterzeiten ändern sind dafür geeignete Maßnahmen.

Vor allem muß ein Lecken der Hündin an ihrem Gesäuge unterbunden werden. Durch diese Stimulation wird die Milchbildung weiter angeregt. Ein ausgedientes T-Shirt bietet hier eine gute Hilfe. Die Hinterbeine werden durch die Ärmel gezogen, der Schwanz durch den Kopfausschnitt und das T-Shirt am Halsband, befestigt. Durch kühlende Umschläge auf das Gesäuge oder Einreibung mit 20%iger Camphersalbe läßt sich die Milchbildung verhindern.

Führen diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, hilft der Tierarzt weiter. Neben einer homöopathischen Therapie kann er auch Hormone einsetzen, die die Scheinträchtigkeit schnell abklingen lassen. Bei den Hormonen besteht jedoch das Risiko einer Gebärmutterentzündung. Deshalb empfiehlt der behandelnde Tierarzt einer Hündin, die nach jeder Läufigkeit scheinträchtig wird und darunter leidet die Kastration.

Gelesen in "Lebendige Tierwelt" 1/94


Auch wir kennen dieses Problem aus unserer Yorkie-Zeit. Wir hatten eine Hündin, die regelmäßig nach ihrer Läufigkeit scheinträchtig wurde.
Susi, so hieß unser Yorkie, verhielt sich als hätte sie Welpen, all ihre Spielsachen trug sie zusammen und vergrub diese unter sich. Die Zitzen waren geschwollen voll Milch, sie litt sehr, und wir mit ihr. Also, auf zum Tierarzt - er sollte helfen.
Nach der dritten oder vierten Scheinträchtigkeit gab er uns die Empfehlung: Es gibt zwei Möglichkeiten,
  • die Kastration oder
  • sie solle einmal Mutter werden, jedoch gäbe es für beide Möglichkeiten keine Garantie.
Wir haben uns dann, um eine zweite Möglichkeit offen zu halten, für die Welpen entschieden. Ein passender Rüde war schnell gefunden, und sie wurde bald darauf gedeckt.
Unsere Susi wurde Mutter, und sie zog ihre Welpen liebevoll auf.

Das Problem war damit für Susi und für uns auf alle Zeit aus der Welt!
Fritz Hebart


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Schutzimpfung warum?

Mit der Anschaffung Ihres Hundes haben Sie nicht nur einen verspielten, verschmusten, aufmerksamen, vielleicht auch eigenwilligen Hausgenossen, Wächter oder Jagdgehilfen erworben, von dem Sie sich zu Recht viel Freude versprechen; sie haben zugleich Fürsorgepflicht und damit Verantwortung für ein schutzbedürftiges, von Ihnen abhängiges Lebewesen übernommen.
Dazu gehört neben einer artgerechten Haltung, Ernährung und Pflege die Abwehr von Gefahren durch häufige Infektionskrankheiten, denen Ihr Hund wenige Wochen nach der Geburt schutzlos ausgesetzt ist.
Eine rechtzeitige Impfung schützt Ihr Tier und gibt Ihnen Sicherheit.
Denn heute gibt es zuverlässige Impfstoffe gegen die folgenden Infektionskrankheiten des Hundes:
  • Staupe
  • Ansteckende Leberentzündung
  • Leptospirose
  • Parvovirose
  • Tollwut
  • Zwingerhusten
Staupe - eine gefürchtete Erkrankung mit vielen Gesichtern.

Die Staupe wird durch ein Virus verursacht. Die Anstekkung erfolgt zumeist durch direkten Kontakt von Hund zu Hund,aber auch indirekt durch Einschleppung mit Schuhen oder Kleidung. Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber, Augen- und Nasenausfluß und mit der absoluten Nahrungsverweigerung der Hunde. Im weiteren Verlauf der Erkrankung äußert sich die Staupe auf verschiedene Art und Weise. Man unterscheidet drei Verlaufsformen, die aber ineinander übergehen können.
Bei der Darmstaupe leiden die Hunde an beinahe unstillbarem Durchfall und an starkem Erbrechen.
Bei der Lungenstaupe werden hauptsächlich quälender Husten, Nasenausfluß und eine manifeste Lungenentzündung beobachtet.
Bei der Nervenstaupe leiden die Hunde an Krämpfen und Lähmungen und verlieren teilweise sogar das Bewußtsein. Viele Staupe-Erkrankungen verlaufen tödlich. Die Tiere, die eine Staupe überlebt haben, behalten häufig lebenslange Schäden wie Zahnschmelzdefekte, spröde rissige Pfoten und unter Umständen Verhaltensstörungen zurück.

Ansteckende Leberentzündung

Viele Jungtiere überleben diese Krankheit nicht.
Nicht weniger gefährlich als das Staupevirus ist das der ansteckenden Leberentzündung, die der Tierarzt Hepatitis contagiosa canis oder H. c. c. nennt.
Die Ansteckung erfolgt auf gleichem Wege wie bei der Staupe. Auch die Krankheitssymptome gleichen denen der Staupe. Die Tiere haben hohes Fieber, verweigern die Nahrungsaufnahme und leiden an starken Bauchschmerzen.
Viele Hunde, besonders Welpen, sterben in dieser Phase. Bei älteren Tieren kann es im weiteren Verlauf der Erkrankung zu Erbrechen, Durchfall, Mandel-, Rachen- und Bindehautentzündungen kommen. Auch sind nervöse Störungen in diesem Zusammenhang beobachtet worden. Hunde, die die Krankheit überlebt haben, behalten häufig Trübungen der Augenhornhaut zurück, die zur Erblindung führen können.

Leptospirose

"Die Erreger dieser lebensbedrohlichen Infektion lauern auch in Teichen, Tümpeln und Wassergräben."

Eine weitere gefährliche Erkrankung ist die Leptospirose. Sie ist auch unter dem Namen Stuttgarter Hundeseuche oder Weilsche Krankheit bekannt.
Die Erreger dieser Erkrankung gehören zu den Bakterien, Verschiedene Leptospirenarten sind nicht nur für den Hund, sondern auch für den Menschen gefährlich. Hunde, Ratten, Mäuse und andere Tiere gelten als Ansteckungsquellen. Auch verschmutzte Teiche, Tümpel, Gräben oder Sümpfe beherbergen das Bakterium.
Die Krankheit beginnt oft mit abnormer Müdigkeit und schwankendem Gang, der besonders das Springen und Treppensteigen erschwert. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zu Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und zu Schädigung der Leber und der Nieren.

Parvovirose

"Erbrechen und blutiger Durchfall kennzeichnen diese tödlich verlaufende Erkrankung."


Es handelt sich um eine besonders häufig auftretende Krankheit, die durch Parvoviren verursacht wird. Da diese Erreger extrem widerstandsfähig sind und Monate bis Jahre in der Außenwelt überleben können, wird die Parvovirose nicht nur durch Kontakt von Hund zu Hund, sondern häufig über den Menschen und leblose Gegenstände übertragen.
Die Erkrankung kann rasant verlaufen und innerhalb von wenigen Stunden zum Tod durch Herzmuskelentzündung führen. Heute treten jedoch vornehmlich Magen-DarmEntzündungen auf. Sie äußern sich in anfänglichem Fieber, begleitet von starkem Erbrechen und Durchfall, der wässrig, schleimig oder blutig sein kann. Die Tiere fressen nicht, sie magern schnell ab und verlieren viel Flüssigkeit, was schließlich zum Tode führt.

Tollwut

"Die Impfung Ihres Hundes schützt auch Sie."


Die Tollwut ist für alle Säugetiere - ebenso für den Menschen - lebensgefährlich, Das Tollwut-Virus wird bei unseren Haustieren fast ausschließlich durch den Biß infizierter Füchse übertragen. Es greift das zentrale Nervensystem an und ruft Aggressivität, Wesensveränderungen und Lähmungserscheinungen hervor. Fortschreitende Ruhelosigkeit, Gleichgewichtsstörungen gefolgt von Krämpfen und Lähmungen führen schließlich zum Tode. Der Mensch infiziert sich seltener an Füchsen als am Biß durch tollwutkranke Hunde und Katzen. Aufgrund der enormen Gefahr für den Menschen gehört die Tollwut zu den anzeigepflichtigen Seuchen und unterliegt als solche der staatlichen Kontrolle. Behandlungsversuche sind bei tollwutkranken und tollwutverdächtigen Tieren verboten. Tollwutverdacht besteht auch dann, wenn ein Kontakt mit einem tollwutkranken oder tollwutverdächtigen Tier nur vermutet wird.
In einem solchen Fall kann die Tötung angeordnet werden, es sei denn, Ihr Tier ist nachweislich gegen Tollwut schutzgeimpft.

Zwingerhusten

"Selten tödlich, doch meist folgenschwer."


Der Zwingerhusten ist eine Faktorenkrankheit, d.h., daß mehrere ungünstige Ursachen zum Ausbruch der Erkrankung beitragen: Zum einen sind es verschiedene Erreger, insbesondere Bordetellen und das Parainfluenza-Virus. Zum anderen sind es klimatische Bedingungen wie Feuchtigkeit und Durchzug. Ferner wird der Zwingerhusten durch eine intensive Hundehaltung (hohe Besatzdichte, starker Tierumsatz) begünstigt. Die geschwächten oder gestreßten Hunde stecken sich gegenseitig durch Kontakt an, Doch auch einzeln gehaltene Tiere sind gefährdet, zum Beispiel beim täglichen Spaziergang oder auf Ausstellungen. Die Erkrankung fängt meist mit klarem Nasen- bzw. Augenausfluß und quälendem, trockenem Husten an. Wird der Husten nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, verschlimmert sich der Zustand bis hin zur Lungenentzündung. Der Zwingerhusten ist seiten tödlich, doch kann sich die Erkrankung selbst unter tierärztlicher Behandlung mehrere Wochen hinziehen.

Grundimmunisierung und Wiederholungsimpfung

Was ist das?

Die Auseinandersetzung des Organismus mit verschiedenen abgeschwächten oder abgetöteten Erregern anläßlich von Impfungen führt zur Bildung von Schutzstoffen (sog. Antikörpern), Diese werden mit der Muttermilch übertragen, so daß die Welpen nach ihrer Geburt normalerweise auf diese Weise geschützt sind.
Allerdings hält dieser Schutz nur wenige Wochen an, und die Jungtiere müssen frühzeitig durch Impfungen zur Bildung eigener Schutzstoffe angeregt werden.
Die Grundimmunisierung ist der erstmalige Aufbau eines Impfschutzes. Wegen der eventuell noch vorhandenen mütterlichen Schulzstoffe ist die Grundimmunisierung meist erst nach zweimaliger Injektion bei jungen Tieren abgeschlossen.
Da die Schutzwirkung von Impfungen zeitlich begrenzt ist, müssen Wiederholungsimpfungen in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden. Nur so wird gewährleistet, daß Ihr Hund dauerhaft geschützt ist. Achten Sie deshalb stets auf die Termine für Wiederholungsimpfungen in Ihrem Impfpaß.

Wann und wie sollte geimpft werden?

Jungtiere werden im allgemeinen zwischen der siebten und zehnten Lebenswoche erstmalig geimpft. 3 bis 4 Wochen später erhalten sie in der Regel eine erneute Injektion, um die Grundimmunisierung abzuschließen. Danach ist lediglich eine jährliche Wiederholung notwendig. Für die Impfung selbst stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, die gleichzeitig gegen mehrere der beschriebenen Infektionskrankheiten schützen. Was, zu welchem Zeitpunkt und wie oft geimpft werden soll, entscheidet Ihr Tierarzt unter Berücksichtigung der ihm bekannten Seuchenlage. Wichtig ist, daß das Tier zum Zeitpunkt der Impfung gesund sein muß, da die Immunitätsausbildung sonst gefährdet ist.

Der Impfpass wozu dient er?

Anläßlich der ersten Impfung oder beim Kauf eines Tieres erhalten Sie normalerweise einen Impfpaß. Darin stehen nicht nur alle Daten zu bereits erfolgten Impfungen, sondern auch persönliche Daten zur Identität Ihres Hundes. Ferner läßt sich der nächste Impftermin aus diesem Dokument ablesen.
Der Impfpaß wird beim grenzüberschreitenden Verkehr mit Hund und Katze zum Nachweis der verlangten Schutzimpfungen unbedingt benötigt.
Desweiteren dient er dem Nachweis einer gültigen Impfung gegen Tollwut, die im Verdachtsfall das geimpfte Tier gesetzlich weitaus besser stellt als ein ungeimpftes oder nicht nachweisbar geimpftes Tier.
Bewahren Sie Ihren Impfpaß deshalb sorgfältig auf und legen Sie ihn bei jeder Wiederholungsimpfung Ihrem Tierarzt vor.
Für ein gesundes Tierleben Virbac

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Der Fuchsbandwurm - Eine Gefahr für die menschliche Gesundheit ?

Im Fernsehen, im Radio und in der Presse wird die Bevölkerung immer wieder auf das Problem der Gefährdung menschlicher Gesundheit durch den Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) aufmerksam gemacht.

Wiederholte Anfragen zeigen, daß die Kenntnis über mögliche Gefahren durch diesen Parasiten unzureichend ist. Insbesondere ist man der Auffassung, daß wieder einmal eine neue Krankheit entdeckt wurde, die neuerdings den naturverbundenen Menschen aus dem Wald droht.

Die nachstehenden Ausführungen sollten die bestehende Gefahr zwar nicht bagatellisieren, sie sollen jedoch aufzeigen, daß bei vernünftigem Umgang mit der Natur und ihren Produkten eine Gesundheitsgefährdung weitgehend eingegrenzt werden kann.

Keinesfalls handelt es sich bei der Echinokokkose des Menschen bzw. des entsprechenden Bandwurmbefalles bei Fuchs, Hund und Katze um eine neue bzw. in letzter Zeit gehäuft auftretende Erkrankung. Lediglich die Übertragungswege des fünfgliedrigen Fuchsbandwurmes wurden in den letzten 10 Jahren eingehender untersucht und dabei wichtige Zusammenhänge aufgedeckt.

Der Befall mit Echinokokken (Fuchsbandwurm) gehört zu den wichtigsten und gefährlichsten von Hund, Katze und Fuchs ausgehenden Wurminfektionen des Menschen. Dabei wird die Befallshäufigkeit der Hunde in der Bundesrepublik mit dem dreigliedrigen Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) auf etwa 1% geschätzt.

Beim Fuchs liegt der Verseuchungsgrad mit dem Fuchsbandwurm (fünfgliedriger Bandwurm, Echinococcus multilocularis) bei etwa 15% von etwa 7000 untersuchten Füchsen. Allerdings zeichnet sich dabei eine außerordentlich unterschiedliche Verseuchungsstärke der einzelnen untersuchten Gebiete ab.

Die Befallshäufigkeit des Menschen mit Echinokokkus Finnen (Hülsenwürmer) wird in einem Zeitraum von 12 Jahren mit 71 Fällen angegeben.

Was sind Echinnkokken ?

Echinakokken sind kleine - bis maximal 7 mm lange Bandwürmer, die im Dünndarm ihrer Wirtstiere zumeist in tausenden Exemplaren leben. Wie alle Bandwürmer benötigen Echinokokken einen Zwischenwirt, in dem sich die Entwicklung der Bandwurmlarve (Finne) abspielt. Dieser Zwischenwirt kann auch der Mensch sein. Dabei kommt es zu erheblichen Organschädigungen, die vielfach zum Tode führen.

Zwischenwirte (Mäuse, Schalenwild, Hauswiederkäuer, Schweine unter Umständen auch der Mensch) stecken sich an, wenn sie die vom Endwirt (Fuchs, Katze, Hund) ausgeschiedenen Bandwurmeier aufnehmen. Im Dünndarm der empfänglichen Tiere und des Menschen werden Larven frei, die über den Blut Lymphweg in die Leber und die Lunge, seltener in andere Organe gelangen und sich dort zu Finnen entwickeln. Diese Finnen entfalten in den betreffenden Organen ein enormes Wachstum, wobei diese krebs artig zersetzt werden. Dabei machen die Finnen gleichzeitig eine ungeschlechtliche Vermehrung durch.

Durch Verzehr der Beutetiere bzw. mit dem Futter (z.B. Lungen von Schlachttieren) durch die Endwirte entwickeln sich nach 4 6 Wochen im Dünndarm die geschlechtsreifen Bandwürmer. Da sich der Echinokokkusbefall von Hund und Fuchs grundsätzlich unterscheidet, sollen beide Parasitenkreisläufe getrennt aufgeführt werden.

Dreigliedriger Bandwurm des Hundes  (Echinococcus granulosus)

Der gesamte Bandwurm ist etwa 2,5 6 mm lang. Mit der Lösung des Hundes gelangen die eihaltigen Endglielder in die Aussenwelt, wo sie von den Zwischenwirten - Rind, Schaf, Schwein, Schalenwild zufällig mit der Nahrung aufgenommen werden. Genauso kann sich der Mensch anstecken, wenn er engen Umgang mit befallenen Hunden hat, bei denen sich die Eier auch im Haarkleid festhalten und von hier aus leicht an die Hände gelangen. Durch Unachtsamkeit gelangen sie dabei in den Mund.

Nur ein ausserordentlich starker Befall führt beim Hund zu Krankheitserscheinungen. Durch gelegentliche Losungsuntersuchung wird etwa ein Drittel der Bandwurmträger erfaßt. Die routinemäßige Entwurmung unverdächtiger Hunde bringt nur eine scheinbare Sicherheit, weil der Ausschluss der Ansteckungsgefahr durch befallene Hunde trotz gut wirksamer Medikamente problematisch ist.

Es wurde bereits darauf hingewiesen, daß sich die Eier im Fell anhaften können, die bei besten Wurmmitteln nicht unschädlich zu machen sind. Außerdem kann sich der Hund unmittelbar nach Abschluss der Wurmkur erneut infizieren. Als Vorbeugungsmassnahmen beim Hund und damit zum Schutz des Menschen sind folgende Grundsätze zu beachten: Keine rohen Schlachtabfälle verfüttern und regelmäßige Beobachtung der Losung (Durchfall, kleine, weisse, stäbchenförmige Endglieder auf dem Kot) sind entscheidende Hilfen zur Erkennung.

Fünfgliedriger Bandwurm des Fuchses   (Echinococcus multilocularis)

Der nur 1,4 bis 2,7 mm grosse fünfgliedrige Bandwurm ist primär ein Parasit des Fuchses, seltener von Hund und Katze. Die Entwicklung des Bandwurmes im Fuchs verläuft in einem eigenen (silvatischen) Waldkreislauf. Der Fuchs scheidet mit seiner Losung die eihaltigen Glieder bzw. Bandwurmeier aus. Von hier aus verteilen sie sich in der Umgebung des Platzes, wo die Losung abgesetzt wird. Dieser Bezirk zählt zum Lebensraum der Feldmaus, die die Hauptbeute des Fuchses darstellt. Mit ihrer pflanzlichen Nahrung nimmt die Maus Bandwurmeier auf, und der Entwicklungszyklus zur Finne im Zwischenwirt Feldmaus wird ermöglicht. Die Feldmaus wiederum wird vom Fuchs gefressen, und der Kreis schliesst sich.

Während bei einer grossen Zahl untersuchter Feldmäuse ein Finnenbefall von 0,5% festgestellt wurde, konnte beim Bisam ein solcher von 2,2% ermittelt werden. Bei Wühlmäusen, Erdmaus, Rötelmaus, Gelbhalsmaus, Wanderratte und Waldspitzmaus wurden bisher keine Echinokokken Finnen gefunden. Daraus ist zu schliessen, daß sich der Fuchs primär durch Aufnahme von Feldmäusen ansteckt, und dass möglicherweise in bestimmten Gebieten der Bisam eine tragende Rolle spielt.
Eine ähnliche Stellung kann auch der Mensch einnehmen:
Durch Unsauberkeit unterlassenes Händewaschen, aber auch beim Verzehr von frischen Früchten und Fallobst kann sich der Mensch anstecken. Ausserdem ist nicht auszuschließen, daß der Mensch bei der Felderbeit (z.B.Heugewinnung) durch aufgewirbelten Staub eingetrocknete Bandwurmeier einatmet (aerogene Infektion) und sich dabei ansteckt. Hier entwickelt sich die "alveoläre Echinokokkose" die gefährlichste parasitische Erkrankung des Menschen in Mitteleuropa.

Eine besondere Gefährdung des Menschen besteht in der Nähe von Uferzonen, wo Bisame vorkommen können. Der Bisam ist offenbar eine sehr attraktive Beute des Fuchses, so dass sich in diesen Gebieten Füchse besonders gern und häufig aufhalten und entsprechend mit ihrer Losung anreichern. Mit der Ausscheidung von Echinikokkeneiern ist hier daher besonders zu rechnen. Daher gehört der Bisamfänger genauso wie die Jägerschaft, Förster, Waldarbeiter und Landwirte neben der zunehmend im Wald Erholung, Früchte und Pilze suchenden Bevölkerung zu den besonders gefährdeten Personenkreisen. Entsprechende Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, Kleider und Schuhwechsel gehören hier zu Vorbeugungsnotwendigkeiten.

Eine Durchbrechung des Kreislaufes Fuchs Feldmaus ist nicht möglich. Ein gewisser Erfolg (Verdünnungseffekt) ist durch die scharfe Bejagung des Fuchses möglich. Eine direkte Gefährdung des Erdhundes bei der Baujagd ist nicht gegeben, da der Hund wie der Fuchs Endwirte des Fuchsbandwurmes darstellen. Zu seiner Infektion muss er immer einen infizierten Zwischenwirt (z.B. die Feldmaus) verzehren. Eine Behandlung der Fuchspopulation mit bandwurmtötenden Mitteln ist theoretisch denkbar, aber praktisch nicht durchzuführen.

Es ist festzustellen, dass der Befall von Hunden und Füchsen den beiden wichtigsten Endwirten des drei bzw. fünfgliedrigen Bandwurmes in unserem Gebiet nicht sehr hoch ist. Jedoch gemessen an den schweren Gesundheitsschäden, die befallene Personen zu erleiden haben, wobei Todesfälle möglich sind, verdient die Echinokokkose aufmerksame Beachtung vor allem bei Hundebesitzern und Jägern. Nur konsequente Vorbeugemassnahmen, wie aufgeführt, können den Menschen weitgehend vor dieser in unseren Gebieten nach der Tollwut gefährlichsten Zoonose bewahren.

Eine scharfe Bejagung des Fuchses mit allen waidgerechten Methoden ist auch aus diesem Grunde unerlässlich.
Dr.Wolfgang Dingeldein, Uni Giessen

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